| Martin Löwenberg | KZ-Überlebender und Antifaschist | |||||||||||||
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LebenMartin Löwenberg wurde als Kind sozialdemokratischer Eltern am 12. Mai 1925 in Breslau geboren. Sein älterer Bruder, Ferdinand Löwenberg, war ebenfalls NS-Verfolgter und Teilnehmer am antifaschistischen Widerstand. Ferdinand "Fred" Löwenberg wurde bereits 1943 im Alter von 19 Jahren von der SS in das KZ Buchenwald verschleppt. 1939 zwangen Martin Löwenberg die NS-Rassengesetze seine landwirtschaftliche Lehre abzubrechen. 1942 schloss er seine neu begonnene Sattlerlehre mit der Gesellenprüfung ab. 1944 wurde er verhaftet und ins KZ Flossenbürg in Bayern und später nach Longwy/Villerupt, Lothringen und anschließend in das KZ Leitmeritz (Litoměřice) (Außenlager des KZ Flossenbürg in Tschechien) deportiert. Am 7. Mai 1945 wurde Martin Löwenberg von der Roten Armee befreit. Nach der Befreiung ging Martin Löwenberg nach Weißenfels/Salle und wurde Gründungsmitglied der örtlichen Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN) und des örtlichen Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes (FDGB). Aus politischen Gründen wurde er in der jungen Bundesrepublik verfolgt und verhaftet - wegen seines sozialistischen und antifaschistischen Engagements in der Sozialdemokratischen Aktion (SDA), die vom Staatsschutz im Kalten Krieg als „Tarnorganisation“ der verbotenen KPD eingestuft worden war. Zweimal stand er vor Gericht und wurde verurteilt wegen seines Engagement für die SDA und wegen „Rädelsführerschaft“ in der nach 1956 verbotenen KPD. 16 Monate musste Löwenberg in isolierter Einzelhaft absitzen. Martin Löwenberg und Philipp Müller waren Jugendfreunde. Martin Löwenberg mußte der Mutter von Philipp Müller die Nachricht vom Tode ihres Sohnes überbringen, der in Essen bei einer Friedensdemonstration von einem Polizisten in den Rücken geschossen wurde und verstarb. Auch nach der Inhaftierung blieb Löwenberg politisch aktiv. So war er jahrelang Betriebsratsvorsitzender bei einem Industriekonzern und Fachgruppenvorsitzender des Groß- und Einzelhandels und in der Großen Tarifkommission der Gewerkschaft Handel, Banken und Versicherungen (HBV). In den achtziger Jahren trat Löwenberg den Grünen bei und war im Landesarbeitskreis gegen Rechtsentwicklung und Neofaschismus. Löwenberg wollte die Anhänger der Arbeiterbewegung mit der Ökologiebewegung zusammenbringen. In den 90er Jahren, als absehbar war, dass sich die Partei in eine andere Richtung bewegt, trat er bei den Grünen mit der Begründung aus, nicht weiter „das linke Feigenblatt einer immer rechter abrutschenden Partei zu sein“. Anfang der neunziger Jahren war Martin Löwenberg Mitbegründer des „Münchner Bündnis gegen Rassismus“ indem er antinazistische und antirassistische Kräfte zum gemeinsamen Handeln bündelte. Auf bayerischer Landesebene und für den Kreis München führt Martin Löwenberg seit vielen Jahren Vorstandstätigkeiten für die VVN-BdA durch. Im November 2002 wurde der 79-jährige Löwenberg wegen Aufrufs zum Widerstand gegen einen Aufmarsch der Neonazis vom Amtsgericht München verurteilt. Tausende Münchner hatten am 30. November 2002 versucht, einen Aufzug der Neonazis zu blockieren. Christian Ude, Oberbürgermeister von München, erklärte damals „sich in den Weg zu stellen, ist eine gute Sache“. Löwenberg, dessen jüdische Verwandte zum Großteil in Vernichtungslagern ermordet wurden, rief bei der antifaschistischen Kundgebung am Münchner Odeonsplatz „es ist legitim, ja legal, sich den Totengräbern der Demokratie entgegenzustellen“ und daraufhin angeklagt. In der Urteilsbegründung wurde er als „Kfz-Häftling“ bezeichnet; das Wort KZ war scheinbar nicht bekannt; Hitlers Propagandaminister wurde „Göppel“ genannt. Löwenberg wurde zu 15 Tagessätzen a 20 Euro verurteilt. Die „Süddeutsche Zeitung“ titelte: „Ex-KZ-Häftling wegen Nazi-Protest verurteilt“. Das Urteil löste einen Proteststurm aus. Dieter Hildebrandt thematisierte das skandalöse Urteil in seinem letzten "Scheibenwischer". Am 12. Dezember 2004 wurde ihm in Berlin gemeinsam mit Esther Bejarano, Percy MacLean und Peter Gingold von der Internationalen Liga für Menschenrechte die Carl-von-Ossietzky-Medaille verliehen.
Zitate
Martin Löwenberg zum Widerstand gegen Aufmärsche von Neonazis
Martin Löwenberg engagiert sich für gesellschaftlich breiteste Bündnisse gegen Neofaschismus. Er wendet sich gegen die Ausgrenzung von "bürgerlichen Kräften" von linksradikaler Seite sowie gegen die Ausgrenzung von "Autonomen", wie sie oft von bürgerlichen Kräften betrieben wird. Ehrungen
Quellen
Weblinks
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